Ehrenamt im Ruhestand
Abschied von der Arbeit, Schluss aus und vorbei! Keine Verpflichtungen, keine Ämter, keine Termine. Nur noch Ruhe und Rente. So dachte auch Hannes Wozignoj, als er nach 47 Berufsjahren "in Rente" ging.1943 in Essen geboren, macht er 1949 eine Lehre als Schriftsetzer. In verschiedenen westdeutschen Druckereien arbeitet er unter anderem als "Zeitungsmacher" gründet schließlich in Bremen einen eigenen Fotosatzbetrieb, den er nach einigen Jahren aber wieder verkauft. Über 30 Jahre reist er dann als Verkäufer und Berater im Außendienst durch ganz Deutschland bis er 1996 seine Berufstätigkeit beendet.
Seit 1985 wohnt er mit seiner Ehefrau in Hohenhameln. Seine zwei Kinder sind längst erwachsen und haben eigene Familien. Ja, was denn nun? Berufliche Verantwortung oder berufliche Ziele gibt es nicht mehr. Wie erträgt man den Ruhestand ohne die vielen Kontakte des Außendienstes?
Als der Paritätische Wohlfahrtsverband Peine über die Gründung einer Freiwilligenagentur berichtet, nimmt Wozignoj Kontakt auf zu Karen Wiborg. Nach einigen Gesprächen, Seminaren, Diskussionen und Ermutigungen geht er in den Fuhseblick und besucht seither regelmäßig - und nun im dritten Jahr- eine Gruppe von Heimbewohnern. "Vorleserunde" heißt das im Sprachgebrauch des Fuhseblicks.
Inzwischen stimmt das nicht mehr so ganz, denn es wird zur Gitarre gesungen und geplaudert. Diavorträge oder Begegnungen unter dem Motto "Alt trifft Jung" werden organisiert und durchgeführt. Und vorgelesen wird immer noch.
Es ist eine sehr schöne Vertrautheit zwischen dem Besucher, den Hausbewohnern und den Betreuerinnen entstanden. Gefestigt und anerkannt werden diese Aktivitäten durch Einladungen der Hausleitung an die Ehrenanmtlichen. Dabei zeigt die hervorragend gute Küche, was sie so alles kann.
Prima. Danke. So kann es weitergehen.